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Interview

Michael „d00p“ Kaufmann, Haupt-Entwickler von Froxlor

Seit mehr als zehn Jahren arbeitet Michael „d00p“ Kaufmann an Froxlor, eine der größten Server Management Plattformen im deutschsprachigen Raum und bietet diese kostenlos an. Seitdem ist die Anwendung zehn-tausendfach im Einsatz und hochgelobt.
Was seine Motivation ist, welche Stolpersteine es gab und was das mit aixit zu tun hat, beleuchten wir im großen Interview:


Michael, erklär uns zum Start doch bitte einmal in kurzen Worten was Froxlor macht.
Grundsätzlich ist Froxlor eine Weboberfläche um Kunden, Domains, Datenbanken, FTP Benutzer, usw. zu verwalten. Vor allem für kleine bis mittelständische Hosting Unternehmen, die dir automatisiert dein Webserver und andere Dienste konfigurieren. Das Ganze nennt sich dann als Überbegriff Server Management Plattform.

Was ist eine Besonderheit von Froxlor im Vergleich zu anderen Plattformen?
Ich bekomme häufig das Feedback, welches ich persönlich auch sehr schön finde, von Usern, dass sich Froxlor im Vergleich zu vielen anderen Systemen nicht so tief ins System eingräbt. Es gibt keinen eigenen Dienst der laufen muss, andere Applikationen werde nicht ausgeschlossen, jeder andere Dienst lässt sich weiterhin frei konfigurieren. Das gibt dem Admin dadurch die Freiheit sein System sehr spezifisch auf sich abzustimmen, ohne die Aufgaben von Froxlor einzuschränken.

Wie ist Froxlor entstanden, was waren die Anfänge?
Der Vorgänger von Froxlor ist SysCP. Da bin ich damals während meiner Ausbildung dazu gestoßen quasi aus Eigennutz, da ich selbst Webhosting betrieben haben und ich ein dafür ein Management Panel brauchte. Ich habe mich dann über die Zeit auch in die Programmierung eingebracht und bin so ins Entwicklerteam gekommen.
Der Projektleiter ist später zurückgetreten und wollte das Projekt nicht weiterführen. Da der Quellcode zwar offen war, wir aber nicht die Freigabe hatten weiter zu entwickeln, haben ein paar Entwickler und ich uns mit einen Fork abgespalten und diesen Froxlor genannt.
Hier haben wir dann vieles nochmal überarbeitet und vorangetrieben, mit neuen Features und Fixes, so dass am Ende ein ziemlich gutes System daraus wurde.

Wie seid ihr auf den Namen gekommen?
Das war vollkommene Phantasie. Wir haben einfach herumgesponnen und dann kam Froxlor raus. Aber ich finde auch heute noch, dass es ein sehr netter Name ist.

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SysCP war ja von Anfang an Open Source und Froxlor seit der Entstehung vor ca. 10 Jahren auch, was waren die Beweggründe?
Zum einen wollten wir natürlich den Weg von SysCP weiter fortsetzen.
Zum anderen haben wir immer das Feedback und die Hilfe der Community geschätzt. So waren Bug Reports und Feature Requests immer Teil der Entwicklung und aus meiner Sicht lebt Froxlor durch diese Beitrage aus der Community.
Ich persönlich mag aber auch einfach auch den Open Source Gedanken an sich. Der Ansatz, dass wenn ich etwas gebrauchen kann, es bestimmt auch andere gebrauchen können, motiviert mich ungemein. 15.000 installierte Versionen zeigen ja auch, dass es diesen Bedarf gibt.
Und durch das große Teilen und Nutzen entsteht dieser sehr nette Community Aspekt.

Trotzdem hast Du ja auch sehr viel Zeit in dieses Projekt gesteckt. Kam da nicht mal der Gedanke oder Wunsch auf Froxlor kommerziell zu vermarkten?
Man träumt natürlich gerade in jungen Jahren schon davon, dass man davon mal leben könnte oder es riesige Absätze gibt. Dafür ist es dann aber wohl doch nicht groß genug.
Ich glaube, wenn ich noch mehr Zeit für die Entwicklung hätte, dann könnte man schon mal drüber nachdenken, ggf. bezahlte externe Module zu schreiben und anzubieten, aber dafür fehlt mir einfach die Zeit.
Ich habe ein bisschen was mit bezahltem Support verdient, das war ganz nett, aber davon kann man natürlich nicht leben.

2015 wurde im Froxlor-Quellcode eine Sicherheitslücke entdeckt und hat für eine kleine Welle gesorgt. Wie war das für dich und wie geht man mit so etwas um?
Im ersten Moment war ich schon geschockt und habe mich gefragt was ich da gemacht habe. Aber dann ging es einfach nur schnell darum die Lücke zu fixen. Was ja Gott sei dank auch geklappt hat.
Viel kränkelnder als die Nachricht an sich waren aber dann die Kommentare zum Code, der ja für alle offen ist. Wenn am Ende der Stil mehr kritisiert wird, als das was er macht, nervt das schon. Gerade, weil das ja teilweise noch der historisch gewachsene Code von SysCP ist, den wir einfach nur überarbeitet haben. Aber da stehe ich mittlerweile drüber, da es ja auch viel mehr positives Feedback gibt.

Gleichzeitig arbeitest Du ja auch als Entwickler bei aixit, erzähl doch bitte kurz was Deine Aufgaben hier sind?
Hier entwickele und betreue ich unser internes Portal. Was von Ticketsystem, Rechnungsstellung, Auftragsmanagement, Kundenverwaltung, Monitoring und Überwachung, Auslesen von Strom und Traffic usw. unsere Basis darstellt.

War es immer möglich beides unter einen Hut zu bekommen?
Es hat bisher immer gut funktioniert. Gerade natürlich, weil ich von der aixit Geschäftsführung auch die Freiheit habe, mich auch während der Arbeitszeit um Froxlor Anfragen kümmern zu dürfen. Das ist heutzutage nicht selbstverständlich und da bin ich auch ziemlich dankbar.

Jetzt eine gemeine Frage, welches Tool ist mächtiger: Froxlor oder das aixit Portal?
Das Portal deckt schon weitaus mehr Aufgaben ab und hat eine andere Größe. So umfangreich muss Froxlor gar nicht sein. Von daher ist das aixit Portal schon eine andere Hausnummer.

Zum Abschluss: Du bist leidenschaftlicher Bassist, hast Du schon mal darüber nachgedacht hierfür eine Anwendung zu schreiben, die zum Beispiel das Lernen von Songs leichter macht oder bleibt das dein analoges Hobby?
Die richtig aktiven Jahre sind ja schon ein bisschen her. Damals hatte ich schon mal hier und da ein paar Spinnereien im Kopf wie man mit Raspberry Pis etwas zum Bass-Spielen bauen könnte. Aber ich habe es nie realisiert. Dafür hat mir dir Zeit und vor allem die Lust gefehlt, weil es irgendwie schöner war die Musik einfach zu machen als hier irgendwas zu entwickeln.

Vielen Dank für das Gespräch.

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