In klassischen Colocation-Umgebungen erfolgt die Platzierung von IT-Systemen primär nach Flächenverfügbarkeit und Mandantenzuordnung. Thermische Eigenschaften einzelner Server – etwa Leistungsaufnahme, Abwärmeentwicklung oder Lastprofile – bleiben dabei weitgehend unberücksichtigt. Das physische Layout des Rechenzentrums wird so kaum als strategische Stellgröße für Energieeffizienz oder Abwärmenutzung genutzt.
Vor diesem Hintergrund hat aixit im Rahmen eines internen wissenschaftlichen Innovationsvorhabens untersucht, welches Potenzial in einer konsequent thermisch optimierten Serverplatzierung liegt. Auf Basis realer Messdaten wurden Server systematisch analysiert und in thermische Klassen eingeordnet. In einem nächsten Schritt wurden diese Klassen hypothetisch zu Temperaturzonen zusammengeführt, um Auswirkungen auf Kühlbedarf, Kälteüberprovisionierung und die gezielte Nutzbarkeit von Abwärme zu untersuchen.
Ein besonderer Fokus lag auf dem Zusammenspiel mandantenübergreifender Platzierungskonzepte mit modernen Kühlarchitekturen. Dabei wurde analysiert, wie sich kaskadierende Entwärmungskonzepte realisieren lassen, bei denen Abwärme auf unterschiedlichen Temperaturniveaus weiterverwertet wird. Die zentrale methodische Herausforderung bestand darin, diese Zusammenhänge quantitativ zu erfassen, ohne Eingriffe in den produktiven Rechenzentrumsbetrieb vorzunehmen.
Der entwickelte Forschungsansatz kombiniert die Auswertung realer Leistungs- und Temperaturdaten mit datengetriebenen Klassifizierungsverfahren, virtuellen Layoutmodellen und simulationsgestützten Szenarien. Auf diese Weise konnten unterschiedliche Platzierungs- und Kühlstrategien systematisch verglichen und ihre Effizienzpotenziale transparent gemacht werden. Im Gegensatz zu klassischen Optimierungen einzelner Komponenten betrachtet aixit das Rechenzentrum dabei explizit als thermisch gekoppeltes Gesamtsystem.
Die gewonnenen Erkenntnisse bilden eine fundierte Grundlage für langfristig energieeffiziente Betriebsstrategien in Colocation-Rechenzentren. Zugleich verdeutlicht das Vorhaben den Innovationsanspruch von aixit: Forschung nicht losgelöst vom Betrieb zu betreiben, sondern als praxisnahe, datenbasierte Auseinandersetzung mit realen Randbedingungen und nachhaltigen Infrastrukturkonzepten.